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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] Die Sklavin des Wüstenprinzen


Erscheinungsdatum: 01.01.2017

Autor: Lily Monroe

Seitenzahl: 312 Seiten ISBN: 978-3-86495-283-8

Erhältlich: hier

Klappentext: Topaz Garnet, eine für das Jahr 1880 emanzipierte Französin, ist auf dem Weg nach Tunesien, als sie in das Nachbarland Alqadima verschleppt wird. Der Wüstenstaat ist vor allem für eins bekannt: Für seine rauen Krieger.

Topaz landet als Lustsklavin bei Scheich Karim ben Said al-Wahhab, einem erklärten Feind der Franzosen. Während Topaz ständig an Flucht denkt, erliegt sie dem Zauber der Wüste, dem Zusammenhalt der Beduinen und dem leidenschaftlichen Scheich. Karim will Topaz für die Sünden ihres Volkes büßen lassen, doch egal, was er sich einfallen lässt, die unbeugsame Französin zerbricht nicht, und so verliert Karim, der Grausame, sein Herz an seine Feindin. Falsche Beschuldigungen und eine unerwartet auftauchende Widersacherin treiben jedoch einen Keil zwischen die beiden … (Cover, Klappentext by Plaisir d'Amour Verlag)



Rezension:

Die raue Wüste, gefährliche Stämme und eine Französin, die nichts anderes als ihre Freiheit will.


In Lily Monroes Roman „Die Sklavin des Wüstenprinzen“ eröffnet die Autorin dem Leser eine Zeit und eine Welt, in der Sklaverei alltäglich ist und man seine Töchter ohne zu zögern an den Höchstbietenden verkauft.

Man begleitet die Protagonistin Topaz auf ihrem abenteuerlichen Weg in die ersehnte Freiheit und lernt eine fremde Kultur mit interessanten Charakteren kennen.

Der Roman wird dabei ausschließlich aus der Sicht der Französin Topaz Garnet wiedergegeben und baut mit der Zeit eine interessante Spannung auf, die sich aufgrund der Unsicherheit und Ungewissheit, die man gemeinsam mit der jungen Frau durchlebt, immer weiter steigert und entwickelt. Die Seiten fliegen ab diesem Moment nur so durch die Hände des Lesers und entführen in die raue und zugleich magische Welt des Orients.

Die orientalischen Sitten und Bräuche der Romanwelt, die unsereins völlig fremd, wenn nicht sogar falsch erscheinen, unterstützen den sich steigernden Handlungsbogen zusätzlich. Man will als Leser ab einem gewissen Punkt einfach nur noch eingreifen und die Handlung beeinflussen, so sehr können die Geschehnisse des Buches reizen. Doch leider sind es auch eben diese „kulturellen Einschränkungen“, die besonders die emotionale Ebene stark einschränken und eine nachvollziehbare, tiefe Beziehung zwischen den Charakteren erschweren. Und obwohl man weiß, dass es sehr wahrscheinlich nicht der Fall ist, erwecken die kalten Fassaden mancher Figuren den Eindruck einer stumpfen, einseitigen Persönlichkeit.


Die junge Französin Topaz Garnet will eigentlich nur eines... ihr Leben in Freiheit leben; ohne Abhängigkeit von einem Mann ihren eigenen Weg gehen. Doch bei eben diesem Versuch geschieht das Unfassbare, als sie auf ihrem Schiff nach Tunesien angegriffen und an einen Sklavenhändler verscherbelt wird. Innerhalb kürzester Zeit findet sie ich in einer fremden Kultur wieder und versteht die Welt nicht mehr. Die einheimischen Frauen, die Topaz Schicksal teilen, sehen es als eine „Ehre“ an einen wohlhabenden Mann als Sklavin oder 3. Ehefrau verkauft zu werden und ihre französische Abstammung scheint niemanden zu interessieren -außer den Sklavenhändler, der zusätzlichen Profit wittert. Aber egal wie oft die Französin weiterverkauft werden soll, egal welche Qualen die Herren ihr antun wollen, ihr Geist bleibt stark und ihr Wille, die Freiheit zu erlangen, ungebrochen.... bis sich Topaz plötzlich als Sklavin des Scheichs Karim in der weiten Wüste wiederfindet.


Anfangs merkt man sehr deutlich, welch eine starke und freiheitsliebende Persönlichkeit mit der jungen Topaz geschaffen wurde. Sowohl ihre innere als auch ihre tatkräftige äußere Rebellion gegen ihre Unterdrücker machen sie zu einer authentischen und nahbaren Figur, mit der man mitfühlen kann. Doch je länger sie unter Karims Einfluss steht, umso nachgiebiger wird sie. Ein paar (un-)freiwillige sexuelle Handlungen und ihr lauter Protest verstummt beinahe vollkommen. Und obwohl sich Topaz gedanklich versucht zu rechtfertigen, kann man nicht bestreiten, dass ihr Charakter in dieser Hinsicht eine starke Rückentwicklung seit dem Beginn des Romans vollzogen hat.

Im Gegensatz zur Aufopferung ihrer persönlichen Prinzipien, lernt Topaz jedoch auch eine neue Lebensweise kenne , die ihre Ansichten bezüglich der Gemeinschaft stark verändern. Sie beginnt den vertrauten Lebensstil der Wüstenbewohner zu lieben und zu achten, sodass ebenso Zweifel an der französischen Lebensweise in ihr aufkeimen und sie in einen inneren Konflikt gerät.


Doch nun zu den Nebencharakteren.

Diese werden eindeutig von Karim angeführt, denn obwohl er eine wichtige Rolle im Roman spielt, erfährt man von ihm sehr wenig, sodass ich ihn nur hier einordnen kann. Mit seinem Franzosenhass ist der Scheich die treibende Kraft des Buches und hat unter allen Charakteren den größten Einfluss auf Topaz. Leider ist er damit auch so gut wie der einzig erwähnenswerte Nebencharakter. Andere wichtige Figuren, wie Vega, die Heilerin Maryam und Bassam erhalten zwar bedeutsame und kurzfristige Auftritte, doch keine von ihnen trägt zu einer dynamischen und realistischen Romanwelt bei, sodass diese oftmals wie eine Bühnenkulisse wirkt und mehr Tiefe aufweisen könnte.


Bewertung:

Mit dem Roman „Die Sklavin des Wüstenprinzen“ von Lily Monroe ist im Plaisir d'Amour Verlag ein interessanter Roman mit ungewöhnlicher Umgebung und vielversprechender Handlung veröffentlicht worden. Sowohl Umgebung, als auch Charaktere und Handlung passen gut zusammen und bieten dem Leser ein gutes Gesamtbild.


Dennoch hatte ich häufig das Gefühl, dass die Romanwelt stumpf und gekünstelt wirkt, sodass es mir nicht immer leicht fiel, bei der Handlung zu bleiben.

Die anfänglichen Stärken der Charaktere Topaz und Karim, die durch Temperament und Verschwiegenheit eine interessante Mischung erzeugt haben und die Spannung aufrechterhielten, werden dem Roman mit der Zeit für meinen Geschmack jedoch zum Verhängnis. Topaz beugt sich zu sehr ihrem Herren und verliert ihre besonderen Persönlichkeitsmerkmale, sodass ihr Handeln teils auf Unverständnis bei mir gestoßen ist. Karim hingegen gelingt es nicht, aus seinem Schutzwall herauszutreten, bis kurz vor Ende des Romans und selbst da kann man seine Gefühle und Gedanken nur schwerlich einschätzen.


Durch diese zwei Kritikpunkte kommt für meinen Geschmack einfach keine richtige Beziehung zwischen den beiden Charakteren Topaz und Karim zustande. Es wirkt vielmehr, als würde dieser Part erst nach dem Ende der Geschichte fernab von den Augen der Leser entstehen.


Trotz dieser Kritikpunkte ist „Die Sklavin des Wüstenprinzen“ ein guter Roman für Liebhaber des Genres. Die Handlung bietet sowohl Drama als auch eine gute Portion Action und Intrigen, die über einige Mängel hinwegblicken lassen.

Innerhalb seines Genres erhält der Roman daher von mir 3,5/5 Sterne.

Doch außerhalb des Genres nur 2,5/5


5/10  bzw. 2,5/5 Sterne

★★★★★☆☆☆☆☆

~ Literature, Coffee, Art

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