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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz

Aktualisiert: 18. Juni 2018


Erscheinungsdatum: 25.05.2018


Autor:  Kerrigan Byrne


Seitenzahl: 407 Seiten


ISBN:  978-3-7363-0694-3


Erhältlich: hier


Klappentext:

Wenn eine Liebe durch tiefste Dunkelheit geht …

Farah Mackenzie will sich nie wieder an einen Mann binden. Zu schmerzhaft ist die Erinnerung an ihre erste Liebe Dougan. Als sie jedoch dem berüchtigten Verbrecher Dorian Blackwell begegnet, gerät ihr Leben erneut aus den Fugen. Blackwell, der sie beunruhigt, aber auch etwas tief in ihrem Innersten berührt, entführt Farah nach Schottland — angeblich zu ihrem Schutz. Doch jeder Moment, den sie mit dem scheinbar so eiskalten Mann verbringt, führt sie zu einer Wahrheit, die ihr erneut das Herz zu brechen droht … (Cover, Klappentext by Lyx Verlag)


Rezension:

Bis das Schicksal euch in einem neuen Leben wieder zusammenführt und eure Seelen einander wiedererkennen ...

Mit dem Roman „Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz“ entführt die Autorin Kerrigan Byrne den Leser in die faszinierende Kulisse des viktorianischen Londons, wo sie die ungewöhnliche Geschichte der Farah Mackenzie erzählt. Allein durch die Kulisse und die politischen Gegebenheiten der Zeit baut der Roman schnell eine angenehme Leseatmosphäre auf. Die Intrigen der Grafen und Barone beherrschten die das Land, weshalb es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich der Leser in den Fäden dieser Lügen wiederfindet. All diese Umstände sind die perfekten Voraussetzungen für eine spannende und mitreißende Handlung, die gemeinsam mit Byrnes flüssigen Stil, eine Wendung nach der anderen für den Leser parat halten. Wirklich unterhaltsam wird der Roman jedoch durch seine toughe und gnadenlos starrköpfige Protagonistin, die das männliche Geschlecht mit überraschender Gewandtheit in die Schranken weißt.

Farah Mackenzie hat – wie man so schön sagt – mehr als nur eine Leiche im Keller liegen. Nachdem sie ihre „Jugendliebe“ Dougan verloren und alles für ihn aufgegeben hat, schuf sich die junge Witwe eine ungewöhnliche Karriere. Als Sekretärin im Scottland Yard verdient sie ihren Lebensunterhalt und kommt dabei täglich mit einigen der brutalsten Verbrecher Londons ebenso wie mit hochrangigen Polizisten in Kontakt. Letztere wären aus gesellschaftlicher Sicht die optimale Partie für Farah, um sich von ihrem Leben als arbeitende Witwe zu lösen. Doch selbst nach dessen Tod kann sie sich nicht von Dougan trennen. Wobei doch dieses Dilemma von einem Familiengeheimnis, das Mitschuld am Tod ihres Mannes tragen könnte, überschattet wird. Aber es bleibt keine Zeit für Mitleid. Als die Geister der Vergangenheit beginnen die Gegenwart zu beeinflussen, findet sich die junge Frau nämlich plötzlich als Geisel und kurz darauf als Komplizin des berüchtigten Dorian Blackwell, dem schwarzen Herz von Ben More, wieder.

Als man die junge Farah im Prolog kennenlernt, gibt es für ihren Charakter nur ein Wort zur Beschreibung: naiv. Doch schon im ersten Kapitel, welches viele Jahre später spielt, wird klar, dass von dieser Person nichts mehr übrig ist. Sie ist zu einer selbstbewussten, jungen Frau geworden, die bereits zu viel gesehen hat, als dass sie leicht zu schockieren wäre. Und doch lässt sie sich von dem ungehobelten und frei von jeglicher Etikette handelnden Dorian aus der Fassung bringen. Dies ist eine angenehme Auflockerung der sonst so steifen Protagonisten. Dabei wirkt sie aber keineswegs 'schwächer' oder 'weiblicher', nein … Farahs Streitgespräche und Diskussionen lassen die junge Frau realer erscheinen. Zudem bieten sie viel Angriffsfläche für die Intrigen des Adels, um die Handlung voranzutreiben.

Aber so interessant die Intrigen und die Protagonisten auch sein mögen, der Dreh- und Wendepunkt des Romans, der den Leser zum Rätseln anregt und die ersehnt Gefahr mit sich bringt, ist Dorian. Als ehemaliger Mitgefangener Dougans und einflussreichster Verbrecher des Landes deckt er viele verschollene Bruchstücke der Vergangenheit auf. Er weiß Dinge, die Farah dem Leser nicht verraten will und offenbart zugleich eigene tiefe Wunden, die den Leser gleichermaßen faszinieren, wie auch erschüttern. Mit deiner 'Angst' vor Berührungen, seiner teils grausamen Art und den „Racheplänen“, die er verfolgt, ist er ein unglaublich sympathischer Antiheld, den man schnell ins Herz schließt.

Doch besonders die „Flashbacks“ zwischen Dougans Vergangenheit, Dorians Erlebnissen und Farahs kindlichen Erinnerungen frischen die Konstellation der Charaktere auf und liefern viele Anhaltspunkte für den neugierigen Geist des Lesers. Wie sich langsam alle Fäden zusammenführen, neue Geheimnisse offenbaren … und … nun ja … auch der ein oder andere stirbt, erschafft einen ganz eigenen Charme.

Die Vielzahl der Nebencharaktere kommt dabei jedoch seitens Dorians. Seine „Bande“ ist es nämlich, die Farah Gesellschaft leistet und eigene Geschichten erzählt. Die Persönlichkeiten aus Farahs Umfeld sind im Gegensatz leider eine lange Zeit kaum noch von Bedeutung, sobald die Handlung erst einmal ihren Lauf genommen hat. Doch wie auch immer. Ein besonders angenehmer Zug der Autorin war es, ein LBGT Couple einzubauen. Obwohl es in dieser Zeit alles andere als „normal“ war, zeigt sie damit, was im Geheimen geschah.

Bewertung:

Mit „Victorian Rebels – Mein schwarzes Herz“ hat die Autorin Kerrigan Byrne genz klar einen interessanten Roman geschrieben. Trotz, dass er ein manchen Stellen auf die typischen Klischees zurückgreift oder gar – was gewisse Handlungsfäden angeht – sehr vorhersehbar ist, wird man wunderbar unterhalten.

Besonders die 'schwierige Situation' – um es gelinde auszudrücken –, die Dorian immer wieder durchleidet, wurde wirklich sehr galant gelöst. In Kombination mit den vielen vergangenen Handlungssträngen, die noch für sehr viel Spannung sorgen, hat man im Bezug auf die Intrigen einen wahren Page Turner mit dem ersten Band von „Victorian Rebels“ in der Hand.

9/10 bzw. 4,5/5 Sterne

★★★★★★★★★☆

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