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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] Totenweg


Erscheinungsdatum: 22.02.2018


Autor: Romy Fölck


Seitenzahl: 412 Seiten


ISBN: 978-3-7857-2622-8


Erhältlich: hier


Klappentext: Eine junge Polizistin. Ein Kriminalhauptkommissar kurz vor der Pensionierung. Nichts verbindet sie - außer dem nie aufgeklärten Mord an einem jungen Mädchen. Für ihn ist es ein Cold Case, der ihn bis heute nicht loslässt. Für sie: ein Albtraum ihrer Kindheit. Denn sie fand damals die Leiche und verbirgt seither ein furchtbares Geheimnis. Achtzehn Jahre hat sie geschwiegen - bis ein weiteres Verbrechen geschieht und die Vergangenheit sie einholt … (Cover, Klappentext by Bastei Lübbe)



Rezension:

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft … ihr ganzes Leben wird von einem tragischen Mord bestimmt.


Mit Romy Fölcks Roman „Totenweg“ erscheint bei Bastei Lübbe der spannende Auftakt der neuen Kriminalreihe rund um die angehende Kriminalkommissarin Frida Paulsen, die sich nach einem Familienkonflikt plötzlich in einem verhängnisvollen Konstrukt aus Lügen und Intrigen wiederfindet. Bei der Erzählung ihres Romans legt die Autorin dabei großen Wert auf die Einbindung eines „Cold Case“'s aus Fridas Heimatdorf, der auch nach all den Jahren das Leben der Dorfbewohner maßgeblich beeinflusst. Neben diesem Relikt der Vergangenheit bindet Fölck aber auch einen aktuellen Kriminalfall mit in das Geschehen ein, sodass der Leser unweigerlich gezwungen ist, Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu suchen und die Liste der Verdächtigen immer weiter verschwimmt.

Durch die Präsenz der beiden Fälle kommt es bereits kurz nach Beginn zum Aufbau eines Spannungsbogens, der die Charaktere von einem Konflikt zum Nächsten trägt und für einen lockeren und schnellen Lesefluss sorgt. Letzteres ist natürlich nicht nur der Spannung geschuldet, sondern auch Romy Fölcks angenehmen Schreibstil, der quasi dazu einlädt, sich in der rauen Natur Norddeutschland zu verlieren. Wie man es letztendlich auch beschreiben mag, Totenweg hat vermutlich das Potenzial, von seinen Lesern verschlungen zu werden.


Der Kriminalroman baut in seiner Handlung voll und ganz auf seiner Protagonistin Frida Paulsen auf. Mit ihr steht und fällt die Handlung.

Sobald die angehende Kommissarin nach dem 'Unfall' ihres Vaters in ihr Heimatdorf zurückkehrt, wird für den Leser deutlich, dass ein ungelöster Mordfall aus ihrer Kindheit das Leben der jungen Frau und deren Entscheidungen maßgeblich beeinflusst. Selbst nach all den Jahren nagt der Mord der besten Freundin an Fridas Seele. Daher ist es kaum verwunderlich, dass ihrer Gedanken, je länger sie sich zuhause aufhält, immer schneller um den Mordfall kreisen und sich ein dunkles Geheimnis seine Bahnen brechen will.

Doch die Vergangenheit sollte ruhen, weshalb die Polizistin beginnt, auf eigene Faust Ermittlungen im Fall ihres Vaters anzustellen. Je tiefer sie gräbt und je näher sie einer möglichen Spur kommt, umso gefährlichere Unfälle passieren auf dem Hof ihrer Familie, welche schlussendlich alte Lügen enthüllen. Das Familienbild der Protagonistin gerät ins Wanken, alte Ängste kehren zurück und der Mordfall an Marit (ihrer Freundin) erscheint in einem ganz neuen Licht, das seinen tödlichen Schein auf die Protagonistin wirft.


Obwohl Frida Paulsen eine beeindruckende Stärke aufweist, wird mit Fortlauf der Handlung immer deutlicher, dass unter dieser mutigen Hülle ein verletzlicher und verängstigter Kern steckt. Die Enthüllungen, die der Leser im Verlauf der Handlung miterlebt, sind faszinierend und schockierend gleichermaßen, sodass man beginnt, Frida in einen völlig neuen Aspekt zu betrachten. Trotz all dieser Ereignisse und Rückschläge lernt die junge Frau aber auch, die Vergangenheit zu akzeptieren und ihre Schwächen in Stärken umzuwandeln. Eine Entwicklung, die unweigerlich zur Folge hat, dass man mit der Kommissarin bangt.

Gespickt ist die Handlung selbstverständlich im vielen Charakteren, die sowohl Freund als auch Feind für die Protagonistin sein können. Doch welche Rolle sie auch immer einnehmen, ihre Hauptaufgabe ist im Endeffekt die Verwirrung der Leserschaft. Durch die Vielzahl der Charaktere, die verschiedenste Handlungsstränge bedienen und immer neue Motive erahnen lassen, ist die Romanwelt ein bunter Schauplatz von Charakteren, die durch ihre verschiedenen Interessen eine lebendige Welt entstehen lassen.


Bewertung:

Seine große Stärke hat „Totenweg“ eindeutig in der Verflechtung aus Cold Case und Gegenwartsfall. Die beiden dadurch entstehenden Handlungsstränge erzeugen eine düstere und an manchen Stellen recht verworrene Handlung, die aus „Totenweg“ einen interessanten Kriminalroman machen. Immer wieder muss man sich die Frage stellen, gehört dies möglicherweise zusammen? Unterstützt wird diese Atmosphäre von den vielseitigen Charakteren, die sowohl für Leser, als auch für Protagonistin häufig nur schwer zu lesen sind.

Obwohl sich meine alte „Schwäche“ - den Mörder viel zu schnell zu identifizieren – wieder bemerkbar gemacht hat, ist es Fölck dennoch gelungen, mich, wenn auch nur kurz, auf einige falsche Fährten zu lenken und neue bzw. äußerst unerwartete Wendungen einzubauen, weshalb ich viel Spaß beim Lesen des Romans hatte.

Als einziger Minuspunkt sollte jedoch erwähnt werden, dass ich hier und da immer wieder kleine Probleme mit Friedas Charakter hatte, da manche Entscheidungen oder Handlungsweisen für eine Polizistin 'unpassend' waren und ich diese somit nur schwerlich nachvollziehen konnte.


8/10  bzw. 4/5 Sterne

★★★★★★★★☆☆

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