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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] Styx - Hades' Hangmen


Erscheinungsdatum: 07.06.2018


Autor: Tillie Cole


Seitenzahl: 487 Seiten


ISBN: 978-3-7363-0811-4


Erhältlich: hier


Klappentext:

Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, betritt sie eine Welt, von der sie sich immer fernhalten sollte  ...

Eine leblose junge Frau vor dem Hauptquartier seines MCs zu finden hat River "Styx" Nash gerade noch gefehlt. Seit er mit nur 26 Jahren völlig überraschend zum Anführer der Hades' Hangmen wurde, hat er genug damit zu tun, seine Position vor seinen Brüdern zu behaupten und seinen Feinden die Stirn zu bieten. Von Geburt an ohne Stimme kein leichtes Unterfangen. Gewalt und Unnahbarkeit sind Styx' Sprache. Seit er denken kann, lässt er niemanden wirklich an sich heran. Doch als die schöne Mae plötzlich die Augen aufschlägt, weiß er augenblicklich, dass er diesen Blick schon einmal gesehen hat. Dass er ihr schon einmal begegnet ist. Dass sie eine der wenigen Menschen ist, mit denen er sprechen kann – und dass er sie nie wieder gehen lassen wird! (Cover, Klappentext by Lyx Verlag)


Rezension:

Wie das verbotene Licht am Ende des Tunnels, welches dich in Versuchung führt...

Anfang Juni erschien Tillie Coles Roman „Styx“ – der erste Band rund um den Biker Club Hades' Hangmen – auf Deutsch. Noch bevor der Roman wirklich beginnt, wendet sich die Autorin in einer Anmerkung an ihre Leser und erklärt, mit welchen Quellen sie die rein Fiktive (und von Zeugenaussagen inspirierte) Geschichte ihrer Protagonisten Styx und Salome erschaffen hat und wie „real“ die vorkommende Thematik der religiösen Gruppierungen und Sekten beschrieben ist. Dieses Wissen verleiht der Handlung an vielen Stellen zusätzliche Gewichtigkeit, sodass der Leser immer wieder von schockierenden Offenbarungen getroffen werden kann. Zugleich versucht die Autorin aber auch, mit ihrem angenehmen Stil einen guten Ausgleich zwischen der Sekten-Thematik und der Beziehung der Protagonisten zu schaffen. Obwohl Letzteres nicht von Klischees verschont bleibt, und dadurch die erste Hälfte der Handlung auf mache langatmig wirken kann, so ist es gerade der „brutalere, fanatische Part“ (der vielleicht einige von vorn herein abgeschreckt hat), der die Geschichte vorantreibt und die Spannung soweit steigert, dass man ab einem gewissen Punkt nicht mehr von der Handlung loskommt.

Doch wenn man den Klappentext gelesen hat, so ist nicht nur Salomes Vergangenheit ein interessanter Punkt, der Leser locken mag, sondern auch, dass wir es mit einem – weitestgehend – stummen Protagonisten zu tun haben. Denn sind wir ehrlich … diese Kombination ist ungewöhnlich und äußerst vielversprechend.

Es ist wahrscheinlich keine große Überraschung, dass die Protagonistin Salome – kurz Mae – in der Außenwelt völlig verloren ist. Allein die Tatsache, dass die junge Frau nicht weiß, was ein Motorrad ist, sagt auf den ersten Seiten bereits alles. Doch diese gezielte „Kleinhalten“ durch den Propheten löst in ihr auch eine unglaubliche Wut sowie einen starken Kampfgeist aus, der im Laufe der Handlung zu einer starken Charakterentwicklung der Figur führt.

Styx hat hingegen ganz andere Probleme. Ein Krieg mit einem anderen MC bahnt sich an, das FBI sitzt ihnen im Nacken und ein Maulwurf scheint interne Informationen weiterzugeben. Was macht da schon ein weiteres Problem, in Form einer verblutenden jungen Frau hinter dem Clubhaus, aus? Unter normalen Umständen (eliminieren, Leiche vergraben, Vorfall vergessen inbegriffen) nichts … Doch die einzigartigen Augen der jungen Frau erinnern den stummen Anführer an eine tragische Begegnung in seiner Kindheit, die es ihm ermöglichte, sein extremes Stottern für kurze Zeit zu überwinden. Trotz aller Zweifel siegt also Styx' Neugierde, sodass es sich bald einer völlig neuen Gefahr gegenübersieht.


Man kann nicht leugnen, dass Styx und sein Club eindeutig nicht zu den Gentlemen der Romanwelt zählen und dass sie mehr als nur freizügig mit Sex, Alkohol, Drogen und Folter/Mord umgehen. In dieser rauen Umgebung ist kein Platz für Schwäche jeglicher Art. Doch je länger man die Handlung verfolgt, umso deutlicher wird, dass Styx und Mae sich ergänzen. Während sie durch den brutalen Hangmen Biss entwickelt, lernt Styx durch seinen ängstlichen Gast Vorsicht und Sanftmut. Durch dieses Konzept kann man eine starke Charakterentwicklung miterleben.

Auch die anderen Clubmitglieder, sowie Charaktere aus Salomes Sekte spielen immer wieder eine wichtige Rolle. Doch abgesehen von wenigen Ausnahmen (die stark zur Handlung beitragen) erfährt man nur sehr wenig über die weiteren Figuren. Vermutlich ist dies dem Umstand geschuldet, dass diese auch noch eigene Bücher erhalten sollen, doch in Anbetracht der ab und an schwächelnden Handlung, wären mehr Informationen hier vermutlich besser gewesen und hätten eine lebendigere und vielseitigere Romanwelt aufgebaut.

Bewertung:

Nach einigen Biker Club Romanen (z.B. Angel and Reaper oder Lawless), die ebenfalls mit einigen Voranmerkungen gewarnt haben, war ich von dem Genre teils angewidert und teils einfach nur genervt, weshalb ich auch lange Zeit unschlüssig war, ob ich „Styx“ wirklich lesen möchte. Doch im Endeffekt hat mich der Sektenhintergrund sowie Styx Stummheit einfach zu sehr gereizt.

Da ich mit sehr wenigen Erwartungen an die Geschichte herangegangen bin, wurde ich wirklich stark überrascht. Obwohl die „Beziehungshandlung“ sowie Styx anfänglich völlig übertriebener Alkoholkonsum (weit über 10 Gläser Bourbon auf wenigen Seiten) etwas genervt haben, so hat sich mit der Zeit eine starke Hintergrundhandlung, die auf Maes Vergangenheit aufbaut, entwickelt, die mich einfach überzeugt hat.

Dadurch, dass Tillie Cole so ungewöhnliche Elemente des Genres genutzt hat bzw. (meines Erachtens) typische Hasselemente ausließ, erhält man ein angenehmes Leseerlebnis. Für Fans dieses Genres sowie interessierte Neueinsteiger, denen manche Bücher des Genres einfach zu hart/brutal sind, eine ganz klare Leseempfehlung. Doch Achtung: Trotz einer "leichteren" Herangehensweise der Autorin ist dieser Roman kein Streichelzoo!

8/10  bzw. 4/5 Sterne

★★★★★★★★☆☆


PS Bei diesem Roman handelt es sich um ein vom "Lyx Verlag" bereitgestelltes Rezensionsexemplar. Ich bedanke mich recht herzlich für die daraus resultierende Unterstützung meiner Arbeit auf diesem Blog. Dennoch hat dieser Umstand keinerlei Einfluss auf meine Meinung und Bewertung des Werkes.

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