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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] Stalking Jack the Ripper


Erscheinungsdatum: 20.09.2016


Autor: Kerri Maniscalco


Seitenzahl: 320 Seiten


ISBN: 031627349X


Erhältlich: hier


Klappentext: Seventeen-year-old Audrey Rose Wadsworth was born a lord's daughter, with a life of wealth and privilege stretched out before her. But between the social teas and silk dress fittings, she leads a forbidden secret life.

Against her stern father's wishes and society's expectations, Audrey often slips away to her uncle's laboratory to study the gruesome practice of forensic medicine. When her work on a string of savagely killed corpses drags Audrey into the investigation of a serial murderer, her search for answers brings her close to her own sheltered world.



Rezension:

London 1888, dunkle mit Blutlachen gepflasterte Gassen. Brutal zerstückelte Leichen Prostituierter, ihre Organe in den zwielichtigen Schatten verstreut.


Diese Szenerie nutzt die Autorin Kerri Maniscalco, um einen faszinierenden Jugendroman zu kreieren, der vermutlich seines Gleichen sucht. Die Thematik rund um die Jack the Ripper Morde im Jahre 1888 verleiht dem Roman eine angenehm fesselnde und schaurige Spannung, die durch die Gegebenheiten, Traditionen  und Menschen der Zeit - die Maniscalco versucht bestmöglich darzustellen - eine ganz besondere Atmosphäre erhält. Obwohl der Anfang gerade deswegen etwas holprig verläuft, baut sich nach der Eingewöhnungsphase der Spannungsbogen kontinuierlich auf und hält den Leser gefangen.


Audrey Rose Wadsworth kann man eindeutig nicht als gewöhnlich beschreiben. Besonders nicht, wenn man bedenkt, dass sie 1888 gelebt hat. Anders als die "normalen" Damen ihrer Zeit ist sie nämlich nicht an Teepartys, Shoppingtouren oder Bällen interessiert. Vielmehr hat die Kunst der Anatomie ihr Interesse geweckt, welche sie heimlich bei ihrem Onkel, einem Arzt, erlernt. Der menschliche Körper und seine Geheimnisse faszinieren Audrey, sodass sie sich nicht zu fein ist, als Mann verkleidet den Vorträgen ihres Onkels an der Universität beizuwohnen. Doch sobald immer mehr und immer schlimmer verunstaltete Frauenleichen auf ihrem Seziertisch landen, ist sich Audrey eines sicher: Sie wird alles in ihrer Macht stehende tun, um diese Grausamkeiten ein für alle Mal zu beenden. Und so verstrickt sie sich in die Ermittlungen zu den sogenannten "Jack the Ripper" Morden. Je weiter sie jedoch in dem Fall ermittelt, umso mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Freund und Feind.


Der Leser lernt Audrey als eine zwiegespaltene Persönlichkeit kennen. Einerseits jagt sie ihren Wünschen hinterher und erlernt heimlich die Anatomie, andererseits versucht sie ihrem Vater nicht zu enttäuschen und den Ruf ihrer Familie nicht zu schaden. Sie lebt quasi ein Leben zwischen Masken, indem die versucht jedem gerecht zu werden. Doch sowohl die abfälligen Kommentare ihrs Vaters als auch dessen übertriebener Beschützerinstinkt machen es Audrey immer schwerer die liebe Tochter zu spielen und alles gehorsam abzunicken, sodass die letztlich ausbricht und eine neue und stärkere Seite entwickelt, die manch einem das Fürchten lehrt.


Ob Audrey Roses Onkel, dessen Assistent Thomas, ihre mehr oder weniger geliebte Verwandtschaft oder die Ermittler bei Scottland Yard. Sie alle bilden aufgrund der stark handlungsspezifischen Fokussierung des Romans die sehr geheimnisvolle Riege der Nebencharaktere. Ihre Beweggründe, Gedanken oder Ziele bleiben meist unbekannt für Protagonistin und Leser, weshalb jeder der Wolf im Schafspelz sein könnte. Dies bietet viel Platz für Spekulationen und Misstrauen, was die Atmosphäre der Stadt, sowie die Dynamik der Umgebung im Allgemeinen, stark bereichert. Eine ständige Bedrohung lauert somit in der Handlung und die Taten der Nebencharaktere nehmen eine bedeutsame und zugleich so unbedeutende Stellung ein, dass man nicht immer in der Haut der Protagonistin stecken möchte.


Bewertung:

Die Thematik, die Charaktere und die blutrünstige, ungewisse Stimmung von "Stalking Jack the Ripper" machen aus Kerri Manicalcos Debütroman ein ungewöhnliches und überraschend vielseitiges Werk im "Young Adult" Genre, wie man es nur selten antrifft. Schneller als man denkt, ist man zwischen den Zeilen des Romans gefangen und bangt zusammen mit Audrey Rose um das Leben der jungen Frauen sowie die verzweifelte Hoffnung, dass "Jack the Ripper" nicht aus ihren Kreisen kommt.

Es herrscht beinahe durchgehend ein kribbelndes und düsteres "Anstalts-Feeling", welches einen Schleier über die Handlung legt und sowohl Leser als auch Protagonistin in die Irre führt!


Bezüglich der Taschenbuchausgabe muss ich jedoch ein wenig nörgeln. Diese hat -wie viele Erfolgsromane- anstatt des eigentlichen Klappentextes Lesermeinungen und eine "Selbstvorstellung" der Protagonistin, die den unwissenden Leser das Gefühl gibt, auf das gemeinste gespoilert worden zu sein! Dieser eine Satz ist zwar anders gemein, wie man später erfährt; doch verdirbt der Glaube zu wissen, wer der Ripper ist, die Lust am Lesen gewaltig...


9/10  bzw. 4,5/5 Sterne

★★★★★★★★★☆

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