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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] Märtyrerkunst - Elfenlicht Trilogie


Erscheinungsdatum: 01.05.2018


Autor: Judith Laverna


Seitenzahl: 586 Seiten


ISBN: 1522809724


Erhältlich: hier


Klappentext: Die junge Kriegerin Ayleen wächst als einzige Tochter einer Adelsfamilie der Elfen weit im Norden auf. Sie überlässt das Regieren lieber anderen, da sie sowohl von ihrer Impulsivität als auch von ihren besonderen Fähigkeiten zum Handeln getrieben wird.

Während ihr Volk und seine Kultur verfallen und dabei mächtigen Feinden gegenüberstehen, muss die Elfenkriegerin ihre eigene Herkunft ergründen. In dem schicksalshaften Dilemma, Intriganten und auch dem eigenen Vater gegenübertreten zu müssen, entdeckt die sonstige Einzelkämpferin, dass es ein viel höheres Gefühl gibt, das sie bis dahin nicht gekannt hat: Liebe.

Im Glauben, für das Schicksal ihrer Welt verantwortlich zu sein, stürzt sie sich in ein Abenteuer, dessen Ziel die verzweifelte Suche nach einem Sinn dahinter ist. Erst als ein vor Ewigkeiten verbannter Verräter und König wieder auf den Plan tritt, wird klar, dass die Gefahr, in der ihr Volk und sie sich befinden, weitaus größer und gefährlicher ist, als sie alle angenommen haben. In einer Reise durch epische Welten beginnt für Ayleen ein Wettlauf gegen die Zeit in ein Abenteuer, bei dem sie nicht nur für sich selbst kämpfen muss, sondern auch für die, die sie liebt, und ihr gesamtes Volk. (Cover, Klappentext by Papierverzierer Verlag)



Rezension:

Was auch immer du tust, du wirst niemals gut genug sein!


Mit ihrem Roman „Märtyrer Kunst“ erscheint der erste Roman von Judith Lavernas „Elfenlicht“ Trilogie diesen Monat beim Papierverzierer Verlag. Dabei schlägt der Roman in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche Wege ein.

Für ihre Romanwelt hat die Autorin eine Sprache der Elfen – das Fenhri – erfunden, in welcher sie immer wieder kurze Dialoge, Lieder und Schriftstücke einbaut. Dies ist eine Tatsache, welche die Herzen von Fantasyfans wahrscheinlich höher schlagen lässt und Erinnerungen an Tolkiens Mittelerde hervorruft. Einen ähnlichen Effekt kann auch die vielversprechende Idee einer untergehenden Zivilisation und einer scheinbar involvierten Verschwörung haben. Doch das war es dann schon wieder.

Für „Vielleser“ unter euch, die sich mit den Jahren an ein gewisses Niveau in Sprache und Handlung gewöhnt haben, besteht leider die Gefahr einer großen Enttäuschung. Besonders in der ersten Hälfte hat man oftmals das Gefühl, die Fanfiction einer 16-Jährigen Wattpad Autorin zu lesen, die ihrer teils noch kindlichen Fantasie freien Lauf gelassen hat – versteht mich nicht falsch, in all den Jahren, die ich schon auf Wattpad lese, habe ich unglaubliche Geschichten gefunden, die mühelos der nächste Bestseller werden könnten – leider ist hier das Negativbeispiel der Fall. In der letzten Hälfte gibt es diesbezüglich zwar leichte Verbesserungen, aber diese können nichts mehr retten.

Der Stil und die seltsame Handlung haben selbstverständlich auch Auswirkungen auf den quasi nicht vorhandenen Spannungsbogen des Romans. Somit wabert die Handlung die meiste Zeit nur vor sich hin und hält eine klischeehafte oder unsinnige Wendung ach der anderen für den Leser parat.


Die Protagonistin Ayleen blickte schon immer zu ihrem Vater auf, doch ohne einen für sie ersichtlichen Grund beginnt er seine Tochter plötzlich zu 'hassen'. So sehr sich die junge Elfin auch anstrengt und ihn mit den besten Leistungen beeindrucken will, sie bleibt für Veloron unsichtbar und für die anderen Elfen eine Abnormalität, der Hass entgegengebracht werden muss. Lediglich mittels Provokation erhält die junge Frau ersehnte Aufmerksamkeit von ihrem Vater … in Form von Schlägen. Dennoch hindern Sie all diese Widrigkeiten nicht daran, den Geheimnissen und Lügen, die sie seit Jahren umgeben, auf den Grund zu gehen. Die Erkenntnisse, die Ayleen dabei macht, können jedoch die ganze Welt verändern.

Während des Abenteuers wird der Leser von vielen unterschiedlichen Situationen, Gefühlen und Wendungen seitens der Protagonistin heimgesucht. Diese Wortwahl mag zwar etwas hart klingen, doch trifft sie leider immer wieder zu. Durch extreme Schwankungen (zum Beispiel von Glück und Lust auf Selbsthass und Gleichgültigkeit) kann es oftmals schwerfallen, die Logik hinter den Ereignissen zu verstehen und Sympathien für die aufgeweckte Elfin zu entwickeln. Diese Charaktereigenschaften lassen die Geschichte somit sehr schnell oberflächlich und gehetzt wirken. Allgemein erscheint der Charakter der Ayleen leider häufig unreif oder auch unfertig.


Die Charakterschwächen der Protagonistin spiegeln sich auch häufig in den Nebencharakteren wieder, da bei diesen meist dieselben Fehler begangen wurden. Einzig der eigentlich so verhasste Vater Veloron ist ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Durch die kühle und „erwachsene“ Art, die ihm zugeschrieben wurde, erscheint dieser geheimnisvoll und passt als Einziger nicht in das typische Schema von „Schwarz und Weiß“. Doch eine einzige Figur ändert keine Welt. Egal ob Victor, Veloron oder die Königin. Das Ziel der Nebencharaktere ist es hier eindeutig, Ayleen immer wieder neue Aufhänger für verschiedene Handlungsstränge und „Ausraster“ zu geben und somit der Geschichte eine Handlung zu verleihen. Durch den Mangel an Tiefe und das typische Klischee von Schwarz und Weiß, Gute und Böse erscheint die Atmosphäre des Romans jedoch matt und erzwungen, sodass das Feeling einer Fantasywelt einfach nicht aufkommen will.


Bewertung:

Als ich hörte, dass „Märtyrerkunst“ eine eigene Elfensprache und eine toughe Protagonistin haben soll, war ich förmlich aus dem Häuschen und konnte es kaum erwarten, das Buch zu lesen. Doch wie es in der vorangegangenen Rezension vermutlich bereits ziemlich deutlich geworden ist, bin ich ehrlich gesagt schockiert von dem Roman.

Die Kombination aus beinahe kindlichem Schreibstil, der leider an den, einer mäßig begabten Fanfiction Autorin erinnert, und dem dazu „passenden“ Handlungsstrang, der sich mir - als eingefleischten Fantasy Fan, der auch ungewöhnlichere Ideen liebt - beim besten Willen nicht logisch erschließen will, sorgen von beginn an für ein qualvolles Sterben, der sich ab und zu verzweifelt aufbäumenden Spannung. Die Handlung wabert damit vor sich hin und auf der letzten Seite bleibt lediglich ein großes Fragezeichen mit der Suche nach dem Sinn der bisherigen Handlung zurück.

Mir ist dabei vollstens bewusst, dass der erste Teil auf ein großes Ganzes hinauslaufen soll, doch ohne einen passenden „Aufhänger“ von Teil eins gibt es für mich keinen Grund, eine mögliche Tortur meiner selbst mit Teil zwei „Exodus“ in Betracht zu ziehen.


1/10  bzw. 0,5/5 Sterne

★☆☆☆☆☆☆☆☆☆

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