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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] Bluthaus


Erscheinungsdatum: 28.09.2018


Autor: Romy Fölck


Seitenzahl: 319 Seiten


ISBN: 978-3-431-04111-8


Erhältlich: hier


Klappentext: Nach ihrem letzten Fall erholt sich Frida Paulsen in der Elbmarsch, als sie der Hilferuf ihrer alten Freundin Jo erreicht. Vergangene Nacht fand diese in der Marsch die Leiche einer Frau und ist nun überzeugt, dass man sie des Mordes verdächtigt. Kurz darauf verschwindet Jo spurlos. Besorgt begibt sich Frida auf die Suche nach ihrer Freundin. Die Spur führt auf die Halbinsel Holnis zu einem einsam gelegenen Haus, das die Inselbewohner nur das Bluthus nennen. Vor vielen Jahren wurde dort eine Familie grausam hingerichtet – den Täter hat man nie gefunden … (Cover, Klappentext by Lübbe)


Rezension:

Nachdem Romy Fölck mit „Totenweg“ Anfang des Jahres ihre Kriminalromanreihe rund um die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn begonnen hat und ihre Protagonisten einen mysteriösen Cold Case lösen ließ, geht es mit ihrem neuen Roman „Bluthaus“ weiter!

Der neue Fall Frida Paulsens hat eine große Neuerung im Gepäck: durch die emotional größere Distanz der Protagonistin zum neusten Fall wird bereits in den ersten Kapiteln sehr deutlich, dass „Bluthaus“ einen etwas anderen Stil in eindeutig ein schnelleres Tempo vorzuweisen hat. Die Spannung des Kriminalfalls baut sich sehr schnell auf und geht nahtlos in einen Cold Case über. Durch eine enger aneinander gereihte Handlungsabfolge der Geschichte ist der Kriminalroman noch angenehmer zu lesen, als es bei seinem Vorgänger der Fall wer, und es ist (auch für neue Leser) einfacher schnell Sympathien für die Figuren und die allgemeine Situation aufzubauen.

Doch nun zu einem anderen Punkt, der Fölcks Fortsetzung stark von vielen anderen Kriminalromanen unterscheidet. Die Autorin greift ihren Vorgängerroman aktiv auf, bindet sie in ihre neuen Fälle ein, und lässt die Figuren mit Konsequenzen leben, an die der Leser am Ende von „Totenweg“ vermutlich gar nicht dachte. Frieda Paulsen steht erneut an einem Scheideweg ihres Lebens. Die Ereignisse ihres letzten „Falls“ haben starke Spuren in der jungen Frau hinterlassen. Sie ist unruhig, schreckhaft und bereit ihre Träume aufzugeben. Alles, was sie sich bisher erhofft hatte, scheint mit einem Mal substanzlos geworden zu sein. Lediglich die Frage, wie es weiter gehen soll, bleibt... Doch Fridas Probleme werden in den Schatten gedrängt als ihre ehemalige Zimmernachbarin Jo plötzlich auf dem Paulsen Hof erscheint und in eine Mordermittlung verstrickt ist. Trotz Unsicherheiten befindet sich die Protagonistin so mitten in den Ermittlungen wieder und kann nicht untätig bleiben. Die ungelösten privaten Probleme müssen vorerst warten und es kommt sowohl zu inneren als auch äußeren Konflikten, die Frida stark belasten.

Doch auch Kommissar Haverkorn ist wieder Teil der Handlung. Denn ausgerechnet Jo macht ihm die Ermittlungen schwer und sich selbst höchst verdächtig. Dieser Handlungsstrang hat eine große Auswirkung auf den Fortgang des Romans, da die Tatverdächtige sich der Polizei immer wieder entzieht und in ihrem eigenen Fall zu ermitteln versucht. Niemand ist sicher und jeder kann der feind sein. Unter dieser Devise führt Jos Weg sie schließlich allein an die See, wo neue Gefahren und Geheimnisse auf den Leser warten und Frieda und Haverkorn sich einer neuen Herausforderung stellen müssen.

Im Vergleich zum ersten Teil „Totenweg“, kommt es in „Bluthaus“ zu vielseitigen Charakterentwicklungen und emotionalen Wendungen, die man nicht immer erwartet hätte. Friedas neuer Wunsch, vielleicht einen neuen Weg einzuschlagen, steht dabei überraschenderweise nicht einmal an erste Stelle, da besonders Haverkorn dieses mal in die Mangel genommen wird und große Probleme mit den im wahrsten Sinne des Wortes lebensverändernden Entscheidungen seiner Frau hat, die wahrscheinlich für immer die Beziehung belasten werden. Doch auch Haverkorns Vergangenheit meldet sich nun zu Wort und hat eine schockierende Beichte im Gepäck.


Alles in allem entwickelt „Bluthaus“ also eine sehr starke emotionale Erzählebene, die viele Konflikte auslöst und zugleich neue Nebencharaktere somit in die Handlung einbindet und die festen Strukturen des Vorgängers nach und nach auflöst. Neben einigen flüchtigen Figuren erscheinen nämlich so auch Charaktere, die man sich in ihrer Rolle im dritten Teil zurückwünscht, da ihre Handlungen einen überraschend großen Einfluss auf die Atmosphäre es Romans haben und sie viele kleine Element sehr realistisch erscheinen lassen.

Bewertung:

Romy Fölcks Roman „Bluthaus“ hat mich sehr überrascht, da er genau die kleinen Mängel auszubessern versucht, die es im ersten Teil noch gab. Neben dem äußerst interessanten Cold Case und aktuellen Ermittlungen stehen nun nämlich die Figuren mehr im Mittelpunkt. Die emotionalen Fallstricke, die Fölck erschafft, lassen die Charaktere sehr viel realistischer und auch die Handlung bedeutend spannender und tiefer erscheinen.

Die schrittweise Aufdeckung des Cold Cases nimmt den Leser gefangen. Dadurch, dass man nur spärliche Informationen erhält und bis zum Ende immer noch große Lücken bleiben, ist es durchaus schwerer, den Mörder zu enttarnen, als es im ersten Teil der Fall war. Fölck spielt an diesem Punkt mit den Gedanken es Lesers und legt mit zwielichtigen Quellen mögliche falsche Spuren, deren Wahrheitsgehalt es zu entschlüsseln gilt.

9/10 bzw. 4,5/5 Sterne

★★★★★★★★★☆

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