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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] STAY


Erscheinungsdatum: 31.08.2018


Autor: Helena Hunting


Seitenzahl: 392 Seiten


ISBN: 978-3-7363-0706-3


Erhältlich: hier


Klappentext:

Was ist heißer als ein sexy Milliardär? Ein sexy Milliardär mit Haustieren!

Ruby Scott ist verzweifelt: Nachdem ein mysteriöser Typ sie auf einer Party erst küsst und ihr dann mitten ins Gesicht hustet, wird sie so krank, dass sie ein wichtiges Casting vermasselt. Dabei braucht sie dringend einen Job. Das Angebot, sich um die Haustiere des reichen Hotelbesitzers Bancroft Mills zu kümmern, kommt ihr da gerade recht. Doch sie ahnt nicht, dass Bane kein Geringerer ist als der Typ von der Party ... (Cover, Klappentext by Lyx)


Rezension:

Märchenprinz oder doch eher wandelnder Krankheitsherd?

Mit dem Roman „Stay“ entführt die Autorin Helena Hunting den Leser in eine faszinierende Geschichte voller Witz, Humor und liebevollen Charakteren. Allein Huntings Schreibstil hat das Potenzial, Leser ab der ersten Seite gefangen zu nehmen. Der Roman ist flüssig und bildhaft geschrieben, sodass die Handlung wie ein Film vor dem inneren Auge des Lesers laufen kann. Hinzu kommt, dass sie der Geschichte sowohl durch Stil als auch durch gut gewählte Aktionen in der Handlung ein natürliches Auftreten verleiht. Die Interaktionen zwischen den Figuren aber auch die Handlungselemente wirken an keiner Stelle erzwungen und der Autorin gelingt es somit, durch den weitestgehenden Verzicht auf unnötige Genreklischees eine teils sehr unvorhersehbare Geschichte zu erschaffen, deren Spannungsbogen dem Leser nur wenige Verschnaufpausen bietet. Abgerundet wird alles durch das sympathische Protagonistenpaar und ungewöhnliche Haustiere, die das Herz des Lesers im Sturm erobern können.

Doch was macht Ruby und Bancroft so sympathisch? Ruby kommt zwar aus einer reichen Familie, versucht aber – aufgrund ihrer brüchigen Beziehung zu ihrem Vater und dessen Abwertung ihrer Träume – der falschen Fassade den Rücken zu kehren und auf eigenen Beinen zu stehen. Lieber würde sie auf der Straße leben (oder alternativ das Apartment und die Haustiere eines Fremden sitten), als ihrem Vater gegenüber Schwäche zu zeigen. Leider bricht jedoch alles auf einmal über ihr zusammen: Rubys Agentin geht in den Ruhestand, sie muss sich selbst auf die Suche nach einer neuen Rolle machen, wird von einem Fremden angesteckt , hat eine gewaltige Pechsträhne und fliegt letzten Endes aus ihrer Wohnung – da die neue Sekretärin ihres Vaters (die alte hat er geheiratet) nicht in der Lage ist, eine Nachricht weiterzuleiten. Inmitten dieses Chaos scheint das etwas unfreiwillige Angebot eines Unbekannten aus dem neuen Freundeskreis ihrer besten Freundin ein Segen für Ruby zu sein. Ich meine, was kann an Haustiersitten schon so schwer sein? Oh richtig, das viel zu attraktive Herrchen...

Durch ihre feministische und furchtlose Art ist Ruby dem Leser von Beginn an sympathisch. Man versteht ihre 'normalen' Probleme, kann sich in ihre Gedankengänge hineinversetzen und bangt somit gemeinsam mit ihr bei jedem noch so kleinen Hindernis. Für ihr Prinzipien ist sie sich auch nicht zu fein, 'banale' Jobs zu erledigen. Hinzu kommt ihre spitze Zunge, dann diese sorgt für viele witzige und manchmal auch peinliche Momente der Handlung Leben einhauchen. Besonders stechen während des Romans aber ihr Umgang mit den Tieren und ihre Telefonate mit Bane hervor. Während der erste Punkt die Protagonistin ganz klar nur noch sympathischer macht, sorgen die Telefonate für eine emotionale Entwicklung der Figuren.

Obwohl Bancroft lange mit Abwesenheit glänzt, so wird sein Wesen durch Telefonate und Perspektivenwechsel dem Leser dennoch nähergebracht. Seine harte Geschäftsfassade steht in Kontrast zur Fürsorge für Tiny und Francesca und seinen generell sehr sanften Charakter. Auch er ist für seine Verhältnisse am Boden geblieben und findet in Ruby eine ebenbürtige Gegnerin, die in ihren 'gehobenen' Kreisen eine Seltenheit ist. Doch dass eine völlig Fremde bei ihm allein wohnen soll, passt ihm anfangs selbstverständlich nicht ganz in den Kram... vielmehr ist es das Wissen, mit schuld an Rubys Situation zu sein, was ihm sich schließlich einen Ruck geben lässt. Aber bereits am Tag seiner Abreise zeigt er sich wärmer Ruby gegenüber und entwickelt während ihrer „Kennenlern-Phase“ am Telefon bereits völlig neue Gedanken, Gefühle und Einschätzungen. Dass seine Entwicklung unter anderem auch durch häufige Perspektivenwechsel beschrieben wird ist dabei ein genialer Coup seitens Huntings. Man erfährt als Leser, was wirklich in Banes Kopf vorgeht und er sich so nicht auszusprechen traut. Seine Sorgen und Ängste, Hoffnungen und Wünsche werden offenbart und der Leser ist dem Charme des Protagonisten damit gnadenlos ausgeliefert.

Die Riege der Nebencharaktere hält Hunting in ihrem Roman sehr klein neben Rubys bester Freundin Amie und deren Verlobten Armstrong gibt es besonders in der ersten Hälfte kaum nennenswerte Figuren, die die Handlung großartig beeinflussen. Erst später kommen mit Rubys neuen Kolleginnen neue Gesichter ins Spiel, die noch einmal hier und da die Handlung etwas aufmischen. Dass es sich hierbei aber nur um so wenige Figuren handelt, schadet dem Roman in keiner Weise. Abgesehen davon, dass Francesca und Tiny ihre eigene Nebenrollenbezeichnung verdient hätten, konzentriert sich Hunting in ihrer Geschichte stark auf die Entwicklungen zwischen Ruby und Bane. Das langsame Beschnuppern der beiden Protagonisten und die Entwicklung ihrer Beziehung erhält dadurch viel mehr Gewicht und erschafft eine ganz eigene Atmosphäre, in der man sich verliert.

Bewertung:

Mit „Stay“ hat mich die Helena Hunting ganz klar hinterrücks überrumpelt und eiskalt erwischt! Ich habe den Roman ohne große Erwartungen begonnen und war sofort in der Handlung gefangen. Die Art und Weise, wie sie mit ihren Figuren gespielt hat und durch eine kleine Portion Drama die perfekte Stimmung der Geschichte getroffen hat, hat mich voll und ganz für sich vereinnahmt! Ich habe den Roman ungelogen an einem Abend verschlungen und mir mit der Rezension Zeit gelassen, damit alles erst einmal sacken kann. Doch auch jetzt bin ich noch nicht in der Lage wirklich alles, was ich von diesem Roman halt, was ich fühle, vollständig wiederzugeben...


„Stay“ ist das perfekte Wohlfühlbuch und ganz klar eines meiner Jahreshighlights! Ich kann es kaum erwarten, mehr von der Autorin zu lesen oder gar endlich mit „Keep“ weiter zu machen.

10/10 bzw. 5/5 Sterne

★★★★★★★★★★

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