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Andraja Meda

  • Andraja Meda

[Rezension] CAKE - Die Liebe von Casey und Jake


Erscheinungsdatum: 06.09.2018


Autor: J. Bengtsson


Seitenzahl: 610 Seiten


ISBN: 978-3-7363-0932-6


Erhältlich: hier


Klappentext:

Er ist ein gefeierter Rockstar – und ein verschlossener Einzelgänger. Von einem schrecklichen Verbrechen in seiner Kindheit traumatisiert arbeitet Jake McKallister wie besessen an seiner Musikkarriere. Denn Musik ist das Einzige, was ihn die Vergangenheit vergessen lässt. Als er auf der Hochzeit seines Bruders Casey Caldwell kennenlernt, funkt es augenblicklich zwischen ihnen, und das, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Casey ist fröhlich, laut und aufgeschlossen – und kann keinen einzigen geraden Ton halten. Doch bald muss Jake einsehen, dass sie vielleicht die Einzige ist, die es schaffen kann, ihn ein für alle Mal von seinen Dämonen zu befreien … (Cover, Klappentext by Lyx)

Rezension:

Es ist beinahe wie eine Cinderella-Story....

Mit dem Roman „Cake – Die Liebe von Casey und Jake“ hat J. Bengtsson eine Rockstarromance geschaffen, die in vielen Aspekten den genretypischen Eigenschaften der 'Rockstar-Romane' widerspricht. Dies gelingt vor allem durch die Charaktereigenschaften der Protagonisten. Doch auch Bengtssons Schreibstil, der die Handlung eher gemächlich angeht und auf typische Dramenelemente in der Handlung verzichtet, verstärken dieses ungewöhnliche Konzept. Leider hat es sowohl gute also auch schlechte Auswirkungen auf den Roman. Durch den flüssigen und lebendigen Schreibstil baut man sofort Sympathien und freut sich mit voranschreitender Handlung, dass man nicht mit Klischees überhäuft wird. Dadurch, dass sich Bengtsson aber nicht an Klischees bedient entsteht jedoch auch eine Lücke in der Handlung, die nicht ausreichend gefüllt wird und man als Leser besonders im Mittelpart den Eindruck erhält, dass die Geschichte stillzustehen scheint. Erst gegen Ende kommt dann schließlich wieder leben in den Plot, sodass man (eigentlich zum ersten Mal während des gesamten Romans überhaupt) richtig mit den Figuren leidet und hofft.

Mit Casey wurde eine interessante Figur geschaffen, in der sich anfänglich jeder selbst wiederfinden könnte. Sie will bestmöglich auf eigenen Beinen stehen – unabhängig von ihren Eltern sein –, geht Studieren und arbeitet nebenher in einem Restaurant. In diesen Aspekten ist sie wahrscheinlich das Musterkind schlechthin. Als sie während der Hochzeit ihrer besten Freundin dem mysteriösen Rockstar Jake als Partner zugewiesen wird, geht jedoch alles plötzlich ganz schnell. Die Chemie stimmt sofort und nach einem wundervollen Abend schweben beide auf Wolke sieben... wäre da nicht Jakes Weltournee und Caseys Job, die die beiden vorerst wieder voneinander trennen. Casey zeigt eine beeindruckende Ruhe im Bezug auf ihre erste Begegnung mit Jake. Sie ist ganz sie selbst, steht für ihre Prinzipien ein und stellt damit alle in den Schatten. Doch je weiter ihre Beziehung zu Jake geht, umso mehr verlässt sie sich auf ihn. Sie trifft besonders im Bezug auf die Tournee derart leichtsinnige Entscheidungen, dass man als Leser gewaltsam aus der Handlung gerissen und mit diesem Charakterwandel konfrontiert wird. Ähnlich verhält es sich auch später, als Jake zunehmend von den Folgen seiner Kindheit gequält wird und sie – die weiterhin ahnungslos ist – dennoch weiterhin akzeptiert hilflos daneben zu stehen und das Schweigen ihres Freundes zu akzeptieren... Besonders diese Punkte haben dazu geführt, dass ich die Protagonistin zwischenzeitlich als sehr störend empfand.

Der wahre „Schatz“ des Romans liegt jedoch in der Figur des Jake. Als Junge wurde er von einem Serienmörder entführt und gefoltert. Was in dieser Zeit wirklich alles passierte, bleibt für alle ein Mysterium. Doch trotz dieser Zeit oder eben gerade deshalb ist Jake als Figur und gefeierter Rockstar ein unglaublich interessanter Protagonist, der Charaktereigenschaften darstellt, die jeden Roman-Rockstar in den Schatten stellen können. Weder Exzesse noch eine lange Schlange an One-Night-Stands schmücken seine Karriere. Vielmehr offenbart sich hinter einer kühlen Fassade eine verletzliche Person, die nur wenigen ihr wahres Ich zeigt. Doch wie tief die Verletzungen wirklich sind und welchen Schaden sie angerichtet haben bleibt lange Zeit für den Leser unbeantwortet. Durch seine Beziehung zu Casey und andere äußere Ereignisse kommt es schließlich zum lang erwarteten inneren Konflikt, der sich durch panische Entscheidungen auch nach außen kehrt und für Spannung sorgt.

Eine große Bedeutung haben aber auch die unglaublich vielen Nebencharaktere, die durch große Familien hinzukommen. Jakes Brüderschar bietet dabei besonders gute Unterhaltung, da viele verschiedene Wesenszüge aufeinandertreffen und es somit zu Konflikten aber auch zu Kindheitsgeschichten und kleinen Rangeleien kommt. Auch die Eltern der Protagonisten nehmen prägende Rollen ein. So versucht zum Beispiel Caseys Mutter ihre Tochter vor Fehltritten und vorschnellen Entscheidungen zu warnen … oder Jakes Mom ihren Sohn wieder der Familie „näherzubringen“.

Bewertung:

„Cake – Die Liebe von Casey und Jake“ hat besonders am Anfang durch ihre ungewöhnliche Herangehensweise und ihre sympathischen Charaktere sehr viel Spaß gemacht und besitzt an diesem Punkt zweifelsohne die Fähigkeit, den Leser zu fesseln. Leider lässt diese schöne Atmosphäre mit voranschreitender Handlung immer weiter nach, da es einfach an handlungsfördernden Aktionen mangelt und die Entscheidungen der Protagonistin fragwürdig werden, sodass Casey sogar zwischenzeitlich mehr als nur anstrengend ist. Gegen Ende scheint sich der Spannungsbogen wieder aufzurappeln und die Geschichte macht wieder mehr Spaß zu lesen. Das zu diesem Zeitpunkt deutlich werdende „Familiengefühl“ bringt dann auch neues Interesse für die anderen Brüder hervor, sodass ich mich sehr über eine Fortsetzung mit einem von Jakes Brüdern freuen würde.

8/10 bzw. 4/5 Sterne

★★★★★★★★☆☆

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